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Bauvorhaben: Was genau wird da eigentlich gebaut?
Projektplanung sieht vor den “Seebach und Schwarze Sulm mittels Hochdruck-Ausleitungskraftwerken energetisch und für die Trinkwassergewinnung zu nutzen.”
[Bescheid Verfassungsgerichtshof vom 15.12.2008, http://www.ris.bka.gv.at, Geschäftszahl: 2006/10/0179]
Zur Bausstufe 1 gehören die Errichtung einer Wasserfassung (in Form eines Tiroler Wehrs) kurz nach der Zusammenführung des Seebachs mit der Schwarzen Sulm, ca. 937 m ü.A., einer ca. 12,5km langen Druckrohrleitung und einem Krafthaus auf 440 m ü.A., dass eine max. Leistung von 4920kW erbringen kann und ein jährliches Realarbeitsvermögen (RAV) von 17,8 GWh hat. (entspricht 0,02%, sprich 0,2 Promill, des österreichischen Stromverbrauchs).
Ausserdem in Planung die Bausstufe 2: Trinkwasserkraftwerk Seebach, deren Transportleitung gleich mitverlegt werden soll.

Schwarze Sulm: Um welches Gebiet handelt es sich?
Das Europaschutzgebiet Nr. 3 „Schwarze und Weiße Sulm“ [Natura2000] umfasst ca. 20km Schluchtstrecke vom Quellgebiet [1.715m] bis ca. 2,5 km westlich von Schwanberg [445m]

Rechtsgeschichte: Warum konnte so ein Bauvorhaben bewilligt werden?
Weil das Land Steiermark (Wasserrechtsbehörde) einen Wasserrechtsbescheid vergab. Die Projektwerber meinen der Bau sei ein “übergeordnetes öffentliches Interesse” (gemäß § 104a WRG”) bezueglich Energieproduktion und Versorgungssicherheit.
DAGEGEN beruft das Wasserwirtschaftliche Planungsorgan des Landes und legt dar, dass dieses Kraftwerk weder für die Gesundheit des Menschen noch für die Versorgungssicherheit etwas relevantes für die Öffentlichkeit leistet bzw. leisten kann und auch keinen gravierenden Schaden (wie beispielsweise die Vertrocknung weiter Landstriche oder Hochwasser) abwehrt. Also kein übergeordnetes öffentliches Interesse laut Land Steiermark.
Das Umweltministerium gibt der Berufung Recht und hebt den Bescheid der Wasserrechtsbehörde auf. Der Bau ist untersagt.
Die Projektwerber werden nach Einspruch beim Verwaltungsgerichtshof an den Verfassungsgerichtshof weitergeleitet, der feststellt, dass das Wasserwirtschaftliche Planungsorgan kein Berufungsrecht hat (weil somit die Behörde gegen sich selbst beruft) und hebt die Beschwerde auf.
Damit verliert aber auch der Bescheid des Umweltministeriums seine Gültigkeit. Es “darf” weitergebaut werden.

UVP?
Wasserkraftwerke unter 10MW (“Kleinwasserkraftwerke”) brauchen sich keiner Umweltverträglichkeitspruefung (durchgefuehrt vom Umweltbundesamt) zu unterziehen.

Verschlechterungsverbot?
EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) sieht vor, dass Bauvorhaben keine Verschlechterung des Wasserzustandes bedingen dürfen.

Versorgungssicherheit: Stellt ein Kraftwerk in meiner Nähe sicher, dass ich – auch im Notfall – mit Strom versorgt bin? Kraftwerke speisen den von ihnen erzeugten Strom in ein überregionales Netzwerk (Stewag), welches auch Ihren Haushalt versorgt. Da kein Inselbetrieb gefahren wird, hängt die Versorgungssicherheit unmittelbar mit der Leistungsfähigkeit der Netze und der Gesamtproduktion Österreichs /Zentraleuropas bzw. den Vorsorgemaßnahmen (im Anlassfall Großabnehmer rechtzeitig vom Netz zu nehmen,…) ab.

Wasserkraft: Wie verhaelt es sich mit Stromverbrauch und der Versorgung durch Wasserkraft in Österreich? Der Umweltdachverband gibt aus sachlicher Sicht der “Modernisierung und Effizienzsteigerung (neue, bessere Turbinentechnik, Steuerungsanlagen, Materialien etc.) bei einer gleichzeitigen «Ökologisierung» (Fischaufstiegshilfen u.a. ökologische Begleitmaßnahmen) bestehender Kraftwerksanlagen” Vorrang gegenueber dem Neubau von Kleinwasserkraftwerken an bis dato ungenutzten Flussstrecken. (Tolle fact.sheets!) http://www.umweltdachverband.at/themen/wasser/wasserkraft/

Zutaten: Bekomme ich Minze für meinen Mojito?
Ja, auch das wächst am Rande der Schwarzen Sulm. Und VIELE VIELE weitere Kraeuter…